Adrian Scheffels, Student

Was die momentane Politik so macht soll alternativlos sein? Vor allem seit dem Beginn der ”Eurokriese” hören wir das immer wieder. Aber ist Politik nicht gerade das Aufzeigen von Alternativen? Soll es in unserer Demokratie nicht gerade darum gehen, dass Politiker Alternativen aufzeigen und die Menschen wählen dürfen was sie möchten?

Die aktuelle Politik sieht dies anscheinend anders. Es geht nicht mehr darum was wir wollen. Wir sollen einfach darauf vertrauen, dass das was unsere Regierung da macht richtig ist. Wir sollen das Gefühl haben, dass sie ”Experten” sind, die erkennen was zu tun ist.

Doch es gibt nicht nur einen Weg. Das ist ja gerade das spannende an Politik. Das ist es was Politik ausmacht. Es geht darum zu entscheiden: ”Was wollen wir eigentlich?”

Wollen wir wettbewerbsfähiger sein oder wollen wir vielleicht gar nicht gegen andere Menschen ankämpfen, sondern lieber mit ihnen zusammen für eine bessere Welt kämpfen?

Denn was heißt Wettbewerbsfähigkeit? Heißt es nicht, stärker als jemand anderes zu sein? Einen Wettbewerb zu gewinnen zu wollen?

Ich will keinen Wettbewerb gewinnen in dem es darum geht welches Land mehr Arbeitsplätze hat, in welchem Land weniger Menschen hungern müssen, welches Land eine bessere medizinische Versorgung hat… Denn wenn das Land in dem ich lebe diesen Wettbewerb gewinnt müssen ihn andere Länder verlieren. So funktioniert ein Wettbewerb. Ich möchte ein gutes Leben für alle Menschen. Ich möchte, dass alle Menschen arbeiten können, keiner zu viel arbeiten muss, dass alle einen fairen Lohn erhalten, dass Bildung für alle Menschen zugänglch ist, ein gewisser medizinischer Standart auf der ganzen Welt erreicht wird.

Dies schaffen wir nicht durch einen Wettbewerb! Dies schaffen wir vielleicht, wenn wir alle zusammen daran arbeiten, uns gemeinsam darür einsetzen!

All dies gilt auch innerhalb von Deutschland. Das Eigentum der deutschen ist während der Kriese sogar noch gewachsen. Doch wessen Eigentum? Wenn man genauer hinschaut sieht man, dass das Eigentum einiger weniger extrem gestiegen ist und das Eigentum der meisten gar nicht oder sogar zurückgegangen ist. Auch hier geht es um einen Wettbewerb. Diesen Wettbewerb gewinnen vielleicht 10% der Deutschen. Der Rest verliert ihn. Dem Rest geht es immer schlechter. Doch was ist mit den 10% die ihn ”gewinnen?” Geht es denen wirklich besser? Lohnt sich dieser Wettbewerb?

Wenn wohlhabende Menschen, überall auf der Welt (auch in Deutschland), sich in Wohnanlagen zurückziehen, in denen sie sicher vor jenen sind, die den Wettbewerb verloren haben.. Wenn sie immer mehr Elend um sich herum sehen.. Wenn sie sich immer mehr von dem Rest der Gesellschaft abkapseln, da sie z.B. in Schwimmbäder gehen, die sich nur noch wenige leisten können (während die Städte nicht mehr genug Geld haben um öffentliche Schwimmbäder zu unterhalten, die sich alle leisten könnten), da ihre Kinder private Schulen besuchen.. Lohnt sich dieser Wettbewerb dann wirklich? Ist ihnen der Unterschied ob sie eine oder zwei Millionen, 50 oder 100 Millionen auf dem Konto haben das alles Wert? Wollen wir nicht lieber alle gemeinsam in einer Gesellschaft leben, in der wir uns gegenseitig unterstützen, in der jeder am gesellschaftlichen Leben voll und ganz teilhaben kann? Ich will keinen Wettbewerb! Ich will mit allen Menschen gemeinsam für eine bessere Welt kämpfen!

Ich will eine andere Politik!