Andi Teichmann, Musiker

Mein Eindruck davon: Keine der antretenden Parteien will sich tatsächlich aus den eigenen Klischees befreien. Also werden auch keine Sachverhalte genauer aufgeklärt.

Die Wahlplakate mit ihren abgedroschenen Worthülsen und ihrer Krankenkassen Werbungs-Ästhetik sind mir schwer erträglich. Es scheint als lebten wir immer noch im zwanzigsten Jahrhundert.

Dennoch: Ich lass mir die Demokratie nicht von den Parteien vermiesen. Denn eigentlich gibt es ja eine Menge Dinge, die angepackt werden sollten.

Es zählt schliesslich nicht nur, dass es UNS jetzt gut geht, sondern es geht doch darum, soziale und auch globale Verantwortung zu übernehmen und vielleicht auch den nachkommenden Generationen noch Chancen für ihre Zukunft zu ermöglichen.

Ob sich das nur noch mit den klassischen grossen Parteien zwischen Gewerkschafts- und Unternehmer-Lobbyisten machen lässt? Da sind wir wohl eher alle gefragt.

Einen Hoffnungsschimmer diesbezüglich habe ich aber: Vielleicht gibt es ja in ferner Zukunft nochmal ähnliche Effekte wie mit dem Anti-Atom Protest. Ich erinnere mich noch gut an Wochenend- Familienausflüge zu Demonstrationen gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Jahrzehnte lang wurde die Anti Atomkraft Bewegung kriminalisiert und am Ende streicht dann die CDU/CSU mit Frau „Gorleben“ Merkel an der Spitze den Ausstieg für sich ein. Irgendwie paradox. Aber zumindest wurde das Ziel erreicht. Und das ist ja auch was wert.

Also erstmal kleine Brötchen backen: In diesem Fall also wenigstens die FDP loswerden. Und vielleicht schafft sie in der Zukunft ja dann irgendwann den Neoliberalismus ab.