Bernadette La Hengst, Musikerin

Das Problem mit diesem Text und dieser Seite ist: Ich will gar nicht regieren!
Denn das beinhaltet schon, dass jemand über anderer Leute Köpfe hinweg verfügt und entscheidet. Regieren ist wie erziehen. Ich steh nicht drauf. Lieber Vorschläge machen, wie alle Menschen selbstbestimmt leben und handeln können, z.B. indem sie die Möglichkeit haben, Nein! zu sagen.

Wie oft hat man die Freiheit, Nein! zu sagen?

Ist es ein gesellschaftliches oder individuelles Problem, dass die wenigsten Leute sich gegen etwas entscheiden, das ihnen nicht gut tut? Ist das nur ein Privileg der „Erfolgreichen“, finanziell Abgesicherten?
Kann eine afrikanische alleinerziehende Mutter, die mit ihren 4 Kindern in Berlin lebt, Nein! sagen zu einem schlecht bezahlten Putzjob mitten in der Nacht?
Kann ein Top-Manager für seine Familie auf 30 Stunden reduzieren oder ein Jahr in Elternzeit gehen, ohne seinen Job zu verlieren?
Kann eine Studentin drei verschiedene Studiengänge ausprobieren, und kann sie danach zum 10. unbezahlten Praktikum Nein! sagen?
Kann ein/e KünstlerIn in Berlin von der Kunst leben, ohne einen Scheißjob machen zu müssen und gleichzeitig seine/ihre Mutter pflegen?
Was ist die Lösung dieses Dilemmas?

Die Regierungsparteien haben keine Lösung parat. Ich behaupte, dass ein BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN eine Lösung sein könnte, weil es viele neue Fragen aufwirft, die uns weiter bringen können.

Wie wollen wir leben, wenn Arbeit und Lohn voneinander entkoppelt werden? Sind wir dann endlich selbstbestimmte Menschen, und tun wir dann nur noch das, was unseren Neigungen entspricht? Oder sind wir überfordert von dieser Freiheit? Kann man Freiheit lernen? Befreien wir uns dann endlich von der Diktatur der Zeit?

Und was hat das mit Musik zu tun?

Ich habe eine neue Chor-Bewegung anstatt einer Partei gegründet, die heißt: BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINSINGEN

Alles worüber wir theoretisch nachdenken, muss auch gesungen werden, damit wir es emotional verstehen. Ein Chor ist ein Resonanzkörper, der Utopien und Träume verstärkt und hörbar machen kann.

Wir fangen mal mit dem Nein! sagen an. Der Rest kommt später, bzw. ist schon längst vorhanden. Augen und Ohren auf!

Eure bedingungslose Chorleiterin Bernadette La Hengst
(Copyright: Foto Christiane Stephan)

Nein, Nein, Nein!

Das Leben ist ein tiefer Fluss, den ich durchqueren muss,
Ich habe Angst vor der Bequemlichkeit und vor der Zeit,
und vor dem was ich wirklich will,
anstatt den ganzen Tag nur das zu machen
was ich machen soll,
Doch zurück zu deinem Angebot, ich nehms nicht mal zur Not,
Es ist zu schlecht bezahlt, und für so was bin ich längst zu alt,
und es hat nichts zu tun mit meinem Leben, genau deswegen sag ich:

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!

zu deinem Angebot (ich bin doch kein Idiot,)
Innere Kündigung, das 10. Praktikum
ist nicht das was ich mir erträumt hab,
als ich jung war, Ich brauche neuen Schwung, die Arbeit bringt mich noch um,
auf welche Rente warten? oder auf Entmündigung?
Ich schwimme auf dem Meer und seh den Fischen zu,
wie sie sich treiben lassen, doch ich komme nie zur Ruh,
anstatt mich nur zu fragen,
das soll mein Leben sein? wills ich lieber wagen! Und deswegen sag ich:

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!

zu deinem Scheiß Angebot (ich bin doch kein Idiot,)

Ich sag es einfach ab, denn ich habs wirklich satt,
anstatt mich abzumühn, für etwas zu verglühn,
was keinem etwas bringt, ganz ohne einen Sinn, will ich mal sehen, wie es klingt,
wenn ich dieses klitzekleine Wort sage, oder wenn man es singt?

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!

(da ess ich lieber trocken Brot, da wär ich lieber tot)

Wenn dus so gut findest, warum machst dus dann nicht selber?