Hendrik Pasligh, Abiturient & Dichter

Herr Biedermeier oder Michel, wach auf

Alles schläft in diesem Land
Es ist das Werk der Märchentant’
Die das Schlaflied angestimmt
Und uns den Mut zum Handeln nimmt
Seiner Kräfte voll beraubet
Wird Michel in den Schlaf geschaukelt
In Sicherheit glaubt er das Land
Weil er so manches wohl nicht sehen kann

Der Schein, obwohl er trügt
Wird doch niemand für gerügt
So kann man heut’ an vielen Ecken
Probleme aller Art entdecken
Will sie hier nicht alle nennen
Das würde wohl den Rahmen sprengen
Die größten Säulen dieser Pein
Sollen dennoch hier berichtet sein

Ich seh’ den tücht’gen Arbeiter
Vierzig Stunden klotzt er ran
Wovon er noch nicht leben kann
Ist doch seiner Familie Ernährer

Ich seh’ den tapf’ren jungen Mann
Mit einem and’ren Hand in Hand
Ihre Liebe sie nicht leben können
Die Minister ihnen es nicht gönnen

Ich seh’ den teuersten Olivenbaum
Europa, unser aller Traum
Es wird daraus jedoch nichts werden
Wenn wir auch weiterhin nur ernten

Edward sagt, Amerika sich labe
An uns’ren Daten, was soll’n wir tun?
Die Merkel sagt: nicht meine Aufgabe
Lässt die Debatte ruh’n

Ich sehe auch die alte Schere
Die Seele uns’res Volks verzehrend
Auseinander wird sie noch gedrückt
Diese Welt: Sie ist verrückt

Die Mutti sieht auch, was ich sehe
Jedoch sie davon weg sich drehet

Deutschland einig Märchenland
Es wird der Weckruf nun entsandt
Und sieh: es regt sich Widerstand!
So mancher hat den Spuk erkannt
Ein and’rer, aus dem Traum geschreckt
Hat Ziele sich schon abgesteckt
Schluss muss sein mit dieser Merkelei
Es eilt der Peer sogleich herbei
Dieses Land soll nicht verderben,
Drum will er Bundeskanzler werden!
Mit den grünen Freunden dann,
Gemeinsam wird der Kurs gesetzt,
Ein bess’res Deutschland ist der Plan
So heißt es laut: Bewegung jetzt!

Wofür uns’re Väter einst ihr Blut vergossen
Ist man heutzutage nur verdrossen
Das Problem der Demokratie:
Sie ist selbstverständlich wie noch nie
Zum Ende daher möchte ich
Nicht Werbung machen nur für mich
Was mir besonders liegt am Herzen
Ist dass Ihr alle überhaupt
Entzündet eure teuren Kerzen
Die Hoffnung, obwohl tot geglaubt
Wird dennoch immer weiter brennen
Drum sollt ihr zu den Urnen rennen
Und lasst den Funken weiterspringen
Auf alle, mit sich selbst noch ringend
Ob rot, ob grün, ob schwarz, ob gelb,
Das wichtigste, Ich sag es euch
Ein jeder in den Händen hält.
Machet sorgsam den Vergleich!
Wenn alle ihre Stimme geben,
Wird noch nichts verloren sein.
Ich bitt’ euch daher nur um eins:
gehet im September wählen!