Juliane Jammer, freie Dozentin für digitale Medienbildung und Medientrainerin für Familie und Jugend

Bildung ist ein wichtiges Thema. So lautet es zumindest aus den vorderen Reihen der Politik. Doch bei genauer Betrachtung: es tut sich sehr wenig!

Schaut in unsere Schulen: Mehr und mehr werden Geisteswissenschaftler und andere Akademiker als Aushilfslehrer in Schulen eingesetzt um Klassenlehrer im Unterricht zu unterstützen. Bezahlt werden sie mit weniger als 25 EUR netto die Stunde, in den Sommerferien melden sie sich arbeitslos, denn sie arbeiten als kurz befristete Honorarkräfte. Eine sichere Anstellung gibt es für sie selten.

Ähnlich ergeht es den „Deutsch als Fremdsprache“-Lehrern, die Nicht-Muttersprachlern Deutsch beibringen. Für sie bleiben am Ende netto keine 6 EUR die Stunde, Zweitjobs sind keine Seltenheit. Motivierte Lehrer und ein guter Unterricht sind für die Integration von Ausländern essentiell, aber wie soll gute Bildung und erfolgreiche Integration unter diesen Umständen funktionieren? Ich bin für einen echten Zukunftsdialog in der Bildungspolitik, damit wirkliche Integration und eine an das 21. Jahrhundert angepasste Bildungswende stattfinden kann.

Die Menschen, die Bildungsinnovationen voranbringen wollen, haben es schwer, sie durchzusetzen. Handlungsmut und Zukunftslust scheitern immer noch viel zu früh an bürokratischen Hürden. Ich wünsche mir von der Bildungspolitik wahrhaftige Zukunftslust!