Initiativen und privates Engagement für Newcomer in Berlin

Am 13. Januar stellten wir im Heimathafen Neukölln unter dem Motto ‚Newcomer in Berlin – wo trifft man sich, wie kann man unterstützen?‚ verschiedene Initiativen und Privatpersonen vor, die sich für Geflüchtete in Berlin oder auf dem Weg dahin engagieren. Vielen Dank für das große Interesse!

Wer über den im Heimathafen vorgestellten Dokumentarfilm ‚und auf der Suche nach Glück‘ (AT) von Jakob Preuss auf dem Laufenden gehalten werden möchte kann sich auf www.facebook.com/europesborderlands informieren und über jakob@gagarinsgaze.de direkt zu dem Filmemacher Kontakt aufnehmen.

Hier noch die einmal einzelnen Initiativen, Möglichkeiten diese zu unterstützen sowie Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten.

AKINDA – Netzwerk Einzelvormundschaften Berlin, Maren Koch

Maren Koch wurde von AKINDA e.V. geschult, um Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu übernehmen. Sie war über 4 Jahre Vormund für eine Geflüchtete aus Sierre Leone und jetzt für eine junge Frau aus Syrien.

Es werden generell Vormünder gesucht, allerdings gibt es derzeit durch einen Verwaltungsstau mehr Angebote, als vermittelt werden können. Sprachkenntnisse in Arabisch oder Dari sind besonders gefragt. Am besten tragt ihr euch auf unserer Homepage  auf die Interessen*innen-Liste ein, neue Schulungen finden voraussichtlich ab Frühjahr 2016 statt.

Mehr: akinda-berlin.org
Kontakt: akinda@xenion.org bzw. 030 / 327 09 340

Be an Angel e.V., Tanya Neufeldt & Andreas Tölke

Be an Angel e.V. macht Flüchtlingshilfe von A bis Z. Das heißt Hilfe beim Lageso, Vormundschaften, Wohnraum, Deutschkurse, Rechtsberatung, Praktikumsplätze, Ausbildungsplätze bis sie uns nicht mehr brauchen und wir nur noch zum Essen bei Ihnen eingeladen werden, weil man sich mag. Wir fliegen auch Familien aus Syrien oder Amann aus. Wir brauchen für unsere Arbeit dringend Manpower und natürlich Geld.

Mehr: be-an-angel.de
Kontakt: help@be-an-angel.de

Flüchtlingspaten Syrien e.V., Vera Gaserow

Flüchtlingspaten Syrien e.V. helfen bereits hier lebenden Syrern, ihre gefährdeten Angehörigen auf legalem Weg direkt aus dem syrischen Kriegsgebiet nach Deutschland zu holen – und zwar ohne die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer und ohne die Abhängigkeit von Schleppern. Dafür suchen und vermitteln wir Bürgen, die sich gegenüber der Ausländerbehörde verpflichten, zeitlich unbefristet für den gesamten Lebensunterhalt der Aufgenommenen aufzukommen. Über monatliche Dauerspenden von mittlerweile über 1000 Flüchtlingspaten finanzieren wir dann analog zu ALG II Lebensunterhalt und Unterkunft der syrischen Flüchtlinge.

Was wir brauchen: Verpflichtungsgeber, die bereit sind für die Aufgenommenen zu bürgen und Dauerspender, die monatlich 10€ oder mehr spenden, um den Unterhalt verlässlich zu finanzieren

Mehr: fluechtlingspaten-syrien.de
Kontakt: info@fluechtlingspaten-syrien

Lesben- und Schwulenverband (LSVD), Markus Ulrich

Der LSVD vertritt die Interessen von LSBTI in Öffentlichkeit und Politik. Auf Bundesebene bietet er queeren Flüchtlingen Informationen zum Asylverfahren, koordiniert Anfragen und setzt sich für eine LSBTI-inklusive Flüchtlingspolitik ein. In Berlin bietet das Projekt „MILES“ persönliche Beratung und Unterstützung, begleitet Flüchtlinge zu Ämtern, gibt Sprachkurse und hat ein Mentor_innenprogramm.

Insbesondere benötigen wir bundesweit vertrauenswürdige Übersetzer_innen, Berater_innen und Sprachmittler_innen. Auch konzeptionell Ideengeber_innen zum Thema Flüchtlings- und Integrationspolitik.

Mehr: lsvd.de bzw. miles.lsvd.de
Kontakt: presse@lsvd.de bzw. 030 / 78 95 47 78

Medizinische Betreuung am LAGeSo (Privatengagement: Björn Freter, Dinah Laubisch, Simone Logar)

Simone, Dinah und Björn arbeiten (bzw. haben das getan) privat als freiwillige Helfer vor dem LAGeSo, vor allem im medizinischen Bereich. Simone und Dinah haben den medizinischen Standort am LAGeSo mit aufgebaut. Dinah hat den allgemeinmedizinischen Standort, Simone hat den Bereich der Schwangerenbetreuung koordiniert. Björn hat am (damaligen) medizinischen Standort vor allem die Triagierung und des weiteren die Spendenannahme und Spendenausgabe mit aufgebaut und koordiniert.

Zur Zeit werden dringend Helfer mit medizinischem Background sowie Dolmetscher gesucht.

Kontakt: freterb@freenet.de

Pack a Bag – Willkommensrucksäcke für Geflüchtete, Insa Höppner

PACK A BAG finanziert und packt Rucksäcke als Starterset für Geflüchtete. Bis zur Registrierung fehlt es an den nötigsten Dingen wie Wasser, Essen, Hygiene-Artikeln, einer warmen Mütze oder Decke. Genau hier setzt PACK A BAG an. Unbürokratisch. Direkt. Wir helfen in einem Zeitraum in dem staatliche Hilfe oft noch gar nicht beginnt. Pack a Bag ist ein Projekt des Neuköllner Kulturvereins e.V. und finanziert sich durch Crowdfunding Kampagnen und Einzelspenden.

Mehr: facebook.com/pack.a.bag
Kontakt: team.packabag@gmail.com

Paritätischer Gesamtverband e.V, Juliane Meinhold

Der Paritätische bietet neben anderen Verbänden in allen Bundesländern den am 1.12.2015 gestarteten „Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flüchtlingsbezug“ an. Interessierte können sich in einem strukturierten Ehrenamt (vertragliche Bindung, mindestens 20,5 Stunden pro Woche, Taschengeld, Sozialversicherung, kostenlose Bildungsangebote, enge Begleitung) im Bereich der Flüchtlingshilfe engagieren.

Aber auch geflüchtete Menschen erhalten unter den genannten Rahmenbedingungen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Feldern (soziale Arbeit, Ökologie, Denkmalschutz, Kultur) zu engagieren. Neben einer sinnvollen Betätigung können Sprachkurse belegt, Einblicke in Berufsfeld und Arbeitsalltag gewonnen, Bildungsangebote wahrgenommen und soziale Kontakte geschlossen werden. Voraussetzung ist eine Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde. Gemeinnützige Organisationen in der Flüchtlingsarbeit können sich als so genannte Einsatzstellen anerkennen lassen und über den Paritätischen Bundesfreiwillige in der Flüchtlingsarbeit einsetzen.

Mehr: www.bfd.paritaet.org
Kontakt: bfd@paritaet.org

Sharehaus Refugio, Sven Lager

Im Refugio leben und arbeiten wir seit Juli 2015 auf 5 Etagen in Berlin-Neukölln (Lenaustr. 4). Menschen, die ihre Heimat verloren haben oder verlassen mussten und nach Gemeinschaft suchen. Wir planen weitere Re- fugios, denn kein Mensch soll in einem Heim leben müssen. Wir brauchen einander für ein reiches Miteinander.

Mehr: refugio.berlin
Kontakt: Refugio.berlin@gmail.com

Thomas Lange (Privatengagement)

Meine Freundin Svenja und ich haben Anfang August vorm LAGeSo eine syrische Familie ohne Obdach kennen gelernt, haben diese bei uns aufgenommen und begleiten die Familie auf ihrem Weg, privat und in den Behörden. Und trotz aller Bürokratie und Schwierigkeiten mit Erfolg: seit Oktober leben die Vier in einer von uns gemieteten Wohnung, die Tochter hat einen Kitaplatz und für die Eltern beginnt diese Woche der Deutsch- und Integrationskurs.

Kontakt: thomas.kuenstler@gruene.de

To.Gather e.V., Nina Warneke

Den Verein To.gather gibt es seit September 2015. Er arbeitet in 3 Sparten:

  1. Gathering: Sammeln und sortieren von Kleiderspenden, auch im Rahmen von Schulaktionstagen, in denen das Thema Flucht mit Kindern besprochen wird.
  2. Action: Aktivitäten mit allein reisenden Minderjährigen aus Friedrichsfelde Ost und Kindern und Erwachsenen im Flughafen Tempelhof. Von Seifenblasen, über Videonachmittage bis hin zu Fußballevents machen wir alles, was die Neuankömmlinge aus dem Alltagstrott in den Heimen heraus holt.
  3. Event: wir organisieren Soli-dinner, Kulturveranstaltungen etc. im Café Engels, um eine regelmäßige Begegnung von alten und neuen Kiezbewohnern zu ermöglichen.

Mit der Gathering Gruppe haben wir außerdem durch Spenden und besonders großem ehrenamtlichen Engagement das erste Kinderspielzimmer im Flughafen Tempelhof gebaut.

Kontakt: facebook.com/to.gather.eV

Über den Tellerrand e.V., Anja Thiem

Über den Tellerrand e.V. fördert den Austausch zwischen Geflüchteten und Beheimateten und macht Integration zu einem nachhaltigen Prozess. Bei all unseren Angeboten legen wir großen Wert auf Toleranz & Offenheit, Partizipation und die Schaffung eines hochwertigen Wertangebotes für alle Beteiligten. Über den Tellerrand schafft Begegnungen auf Augenhöhe. Für die Realisierung der Events und Workshops brauchen wir stets Freiwillige sowie Sach- und Geldspenden. Außerdem wird Unterstützung in der Organisation (Marketing und Buchhaltung) benötigt.

Mehr: ueberdentellerrand.org
Kontakt: champions@ueberdentellerrand.org

Kennt ihr weitere Projekte, die Newcomer in Berlin unterstützen oder wollt selbst helfen? Sagt uns auf Facebook bescheid oder schickt uns eine Mail an redaktion@geht-auch-anders.de und für fügen die Vorschläge hier ein:

SoliNaR – Solidarische Nachbarschaft im Richardkiez

Unsere Initiative ist auf verschiedene Weise in der Flüchtlingshilfe aktiv – unter anderem organisieren wir ein Buddyprogramm, das Ehrenamtliche aus Neukölln und Geflüchtete zusammenbringt.

Mehr: solinar.de
Kontakt: solinar@zebus-ev.de