P.R. Kantate, Musiker

Die Party ist vorbei! Die Party des Geldeinsackens und Geldverprassens, des alles Egalseinlassens, des Vorsichhineierns und Nursichselberfeierns. Alle ham kein Bock mehr, der Kater is dick er frisst dein’n Kopp leer. Die Erkenntnis, dass das Leben im Überfluss so nicht weitergehen wird, schmerzt und endet in Überdruss und großem Stöhnen. Hier und jetzt hört der Spaß auf, an den wir uns lange gewöhnt hatten. Wohlstand, Aufschwung, Wachstum sind bröselnde Werte, weil der Kreis der Krise und Kriege sich enger schließt, Deutschland und Europa schon längst keine sichere Insel mehr sind, die Regierungspolitiker aber immer weiter versuchen, dieses Bild aufrechtzuerhalten. Die Wirtschaft dreht derweil weiter munter am Rad. Der Markt regiert, die Politik reagiert. Wo ist vorne, wo hinten?

Das Thema Politikverdossenheit oder -müdigkeit hat wieder Konjunktur, obwohl es auch einen starken Trend der Selbstorganisation in Sachen Bürgerinitianitive und Bürgerentscheid gibt, und hier wird ja auch immer wieder zumindest regional etwas bewegt. In welche Richtung, ist die Frage. Oft geht es hin und her. Interessengemeinschaften treten bisweilen in dieser Form der Basisdemokratie gegeneinander an, auch hier bilden sich Lobbys, aber die sind immerhin mehr von unten und innen gesteuert. Es sind aber meist nur projektbezogene Bewegungen, anhand derer man seine Haltung manifestieren kann. Es gibt keine spürbare große Linie in der Politik, der man folgen oder von der man sich klar abwenden könnte. Es ist ein Spiel von Taktik, Blendung, Vertuschung und Vernuschelung, dessen sind natürlich viele Leute müde; nichtsdestotrotz interessieren sich die meisten selbstverständlich für politische Themen, sei es in ihrem Kiez, an der Schule, Uni, Firma, Band, im Kinderladen und Freundeskreis. Der Alltag ist politisch, aber die Politik verliert mal wieder den Bezug zum Alltag. Regieren kann anders gehen, wenn sich Politiker dem Wunsch der Bevölkerung nach Integrität und Authentizität mehr beugen als dem eigenen Wunsch nach Unanfechtbarkeit und Macht. Die große Show sollte man Künstlern überlassen und nicht Politikern. Oder die Politik den Künstlern überlassen? Wer’s glaubt wird selig!

P.R. Kantate ‚Wer’s glaubt, wird selig.‘ (Video)
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