Für die rechtliche Gleichstellung sexueller Minderheiten in Europa

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von Klaus Nierhoff, Schauspieler.

Es kann nicht geduldet werden, dass Menschen, die anders lieben als die Mehrheit der Bevölkerung, Opfer von Gewalt und Diskriminierung werden.

Die EU muss alle Mitgliedstaaten auf rechtliche Gleichstellung und Gesetze gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten verpflichten.

Die Kluft zwischen rechtlicher Gleichstellung und gesellschaftlicher Intoleranz ist in vielen europäischen Ländern groß. In Polen, Litauen und Bulgarien etwa verurteilen mehr als die Hälfte der Bürger Homosexualität. Aber: Wer die sexuelle Orientierung eines Menschen abwertet, wertet den ganzen Menschen ab.

Die Kirchen müssen in die Schranken gewiesen werden, ihre als Glaubenssätze daherkommenden Menschenrechtsverletzungen müssen beim Namen genannt werden. Die ersten negativen und für viele schlimmsten Erfahrungen sammeln Lesben und Schwule in ihrer Jugend. Vielfach wird die Schulzeit als «Hölle» erlebt. Viele Schüler erleben, dass Mitschüler schlecht behandelt werden, nur weil sie für schwul oder lesbisch gehalten werden.

Am Arbeitsplatz oder schon bei der Suche nach einem Job erleben Lesben und Schwule Diskriminierung. Am stärksten sind Transgender intolerantem Verhalten in der Berufswelt und im Gesundheitswesen ausgesetzt.

In den Schulen muss Wissen über Vielfalt von Lebensweisen fest im Lehrplan verankert werden, als fächerübergreifend zu vermittelnder Aspekt. Kinder sollen darin bestärkt werden, sich selbst und ihr Gegenüber mit Wertschätzung zu betrachten. Nur so kann eine offene und tolerante Gesellschaft erreicht werden.

Wir brauchen nicht nur Duldung, sondern Akzeptanz der Sichtbarkeit anderer Lebensformen, diese Sichtbarkeit ist kein Mittel zum Zweck der Emanzipation, sondern ihr Ziel!!!

Foto: Gendergap (junge-gruene.at) via Flickr (CC BY NC 2.0)