Wolfram Pallaske, von allem ein bisschen

Gestern sah ich einen Beitrag in der ARD, in dem kleine Parteien vorgestellt wurden. Hoffnungsvolle Soon-To-Be-Politiker gaben Interviews in der Berliner Innenstadt und einer sagte:

”Ich will mir nicht anmaßen, dies zu beurteilen (dass gleichgeschlechtliche Paare ihre Kinder missbrauchen (Anm.d.Verfassers)). Aber wenn auch nur 1% Wahrscheinlichkeit besteht, dass zwei Pädophile durch dieses Gesetz ein Kind misshandeln, dann muss man sich überlegen: ”Lohnt es sich, ein solches Gesetz zu machen?”“

Nun, betrachten wir das Ganze doch einmal nüchtern:
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Missbrauch durch ein gleichgeschlechtliches Paar stattfindet ist, meiner Meinung nach, nicht größer, als bei einem Heteropaar mit Mama und Papa. Täter ist Täter, egal ob homosexuell oder nicht. Bei heterosexuellen Menschen kommt Pädophilie genau so häufig vor wie bei homosexuellen Menschen.

Wegen einer 1%igen Wahrscheinlichkeit den anderen 99% diesen Weg zum Glück zu verstellen ist nicht nur eine Unverschämtheit, sondern auch ein tiefer Eingriff in die Rechte eines Menschen und eine Maßnahme, die Vorurteilen gegenüber Homosexuellen den Weg ebnet.

Welches Signal senden solche Meldungen, die man vermehrt hört, an die Bevölkerung?
Sind Homosexuelle Kinderschänder oder von vorne herein dazu verdammt Straftaten zu begehen?

Wir schreiben das Jahr 2013 und Homophobie sollte in unserer Gesellschaft mit allen Mitteln bekämpft und nicht durch solche Äußerungen indirekt unterstützt werden. Dort sehe ich auch die Politik in der Verantwortung!

Eine Regierung hat dafür zu sorgen, dass es allen Bürgern so gut wie möglich geht.
Eine Regierung darf eine Bevölkerungsgruppe nicht benachteiligen, nur weil sie nicht den Konventionen entspricht. So eine Diskussion zu dem Thema ist nicht mehr zeitgemäß.

Adoptionen sind meist mit viel Papierkram und Überprüfungen verbunden, in welchen sich die Ämter davon überzeugen können, ob es das Kind bei einem Paar auch gut hat. Die Ergebnisse solcher Prüfungen, vorausgesetzt sie sind objektiv und realistisch erstellt, sollten der einzige Grund sein, warum einem homosexuellen Paar die Adoption eines Kindes verwehrt wird.

Ich wünsche mir eine glückliche Zukunft für homosexuelle Paare in Deutschland, der EU und überall auf der Welt und wenn es zu ihrer Vorstellung vom Glücklichsein gehört, dann sollen sie auch Kinder adoptieren dürfen.

Denn in einem Punkt werden Homosexuelle mit Sicherheit bessere Eltern sein – sie werden ihre Kinder nicht zur Homophobie erziehen.